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Die Perlenfischerei
Erste Kunde von Perlenfischerei stammt aus dem Jahre 1566. Der Oelsnitzer Bürger und Schneider Heinrich Acker bringt dem Kurfürsten eine Perle und erbietet sich gegen Geld weiter zu suchen, was ihm vom Hof gewährt wird.
Auf der Höhe von Ebersbach, nach westen blickend sieht man ein langes Tal, das so sanftein Bach durchströmt. Dies ist der Triebelbach. Er entspringt in Ebmath,führt nach Ober und Untertriebel,wendet sich nach Bösenbrunn,schneidet Planschwitze, Magwitzer und Pirker Gebiet, vorbei am Kulm und mündet schließlich in die Weiße Elster.
Seit seiner Entdeckung als Perlenbach im Jahr 1680 hatte der Triebelbach stets eine gute Ausbeute an schönen hellen Perlen.
1681 hatte der kurfürstliche Perlenfischer Johann Gottfried Schmirler einen Jahresertrag von 105 Perlen, davon 73 helle und somit besonders wertvolle Perlen.
Bereits 1621 wurde Moritz Schmirler als kurfürstlicher Perlenfischer im Vogtland mit 30 Gulden Gehalt in die Pflicht genommen. Anderen war fortan das Perlenfischen verboten. Über 300 Jahre blieb der Beruf in der selben Familie.
1702 war ein Rekordjahr. Im gesamten Vogtland wurden 356 Perlen, soviel wie nie zuvor gefunden. Nur im Triebelbach ließ die Ausbute nach. Aus diesem Jahr stammt die erste Beschwerde Schmirlers an den Hof in Dresden mit folgender Begründung:
Die Perlmuscheln sind durch den Bergbau, insbesondere durch ein am Triebelbach gelegenes Pochwerk im Aussterben begriffen. Er habe einst im Triebelbach die "hellsten und klarsten Perlen" gefunden, nun sei davon nichts mehr vorhanden.
Auch die Flößer und ein bei Bösenbrunn gelegenes Schlämmwerk hatten die Perlenfischerei nachteilig beeinflußt und so folgte 1710 eine weitere Beschwerde Schmirlers an das Amt Vogtsberg
Dank sorgfältiger Pflege der Perlenfischer konnten in vogtländischen Gewässern von 1710 bis 1804 über 11.000 Perlen mit einem Wert von 2156 Talern gefunden werden. Bis zum Jahr 1894 war der Bestand stark rückläufig.
In der Mitte des 19 Jhd. begann der Ausbau der Perlmuttindustrie in Adorf, denn diese Schmuckstücke waren sehr begehrt bei den Kurgästen in Bad Elster. Nun werden nicht nur die Perlen, sondern auch die Schalen der Flußperlmuschel verarbeitet.
Obwohl für das unberechtigte Fischen der Muscheln eine Strafe von 150 RM angesetzt wurde, war der Perlenbestand nicht zu retten.
1924 wurde die Perlenfischerei eingestellt. Die immer weitere Verschmutzung unserer Gewässer durch Industrie und Landwirtschaft hatte dazu geführt, dass kaum noch Muscheln vorhanden waren. Seit den neunziger Jahren laufen wieder Bemühungen zum Erhalt der Flußperlmuschel. Dies gestaltet sich wegen der ökologischen Bedingungen zur Vermehrung der Muscheln jedoch sehr mühsam., so dass es lange dauern wird, bis sich die Bestände erholen.
Flußperlmuscheln gibt es heute nur noch vereinzelt an geheimgehaltenen Stellen. Sie stehen unter Naturschutz, um ein Aussterben ihrer Art zu verhindern.
Eine Auswahl der wundervollen Arbeiten aus der Zeit der Perlmuttindustrie ist heute noch im Museum
Adorf zu besichtigen.