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Handwerk, Handel und Gewerbe
Als handwerklichen Ursprung kann man sicher die beiden Mühlen bezeichnen. Eine eingängige Mühle befand sich im Ortskern. Sie hat einem ganzen Ortsteil zum Namen verholfen (Mühlleithe). Die Mühle selbst hatte seit ihrer Ersterwähnung im 15 Jhd. keinen eigenen Namen sondern wurde meist nach dem Besitzer benannt. Als Pachtmüller erschien 1683 Jacob Paul. Danach war es lange Zeit Fam. Hallbauer. Er führte die Mühle bis zu seinem Tod 1967. Nächster Besitzer war Fam. Zwinscher, die mit ersten Sanierungsarbeiten begannen. Anschließend im Besitz der Fam. Kunze und heute lebt in dem restaurierten Mühlengebäude Fam. Giera.
Zweite Mühle war die Fuchsmühle in Untertriebelbach. Hier erschien 1683 Hanns Richter als Pachtmüller. Laut Lehnsbrief ist seit dem 21.02.1812 Johann Georg Jahn Besitzer der Fuchsmühle. Er zinste drei viertel Dresdner Maaß Zinshafer. Die Mühle ist seit Generationen im Besitz der Familie Jahn. Die seit 1910 unveränderte, unter Denkmalschutz stehende Schneidmühle ist noch voll funktionstüchtig und wird gelegentlich zu Schauvorführungen genutzt.
1683 gehörten beide Mühlen zur Gerichts- und Eigentumsherrschaft des Adam Ulrich von Neidberg. Das Mahlgeld für einen Scheffel betrug damals 1 Groschen 6 Pfennig.
1850 mußte an das königliche Rentamt Naturalzinsen abgeliefert werden.
Außerdem gab es in Bösenbrunn jede Menge Gewerbeanmeldungen. Von 1881 bis heute waren es 123!
Der erste Eintrag stammt aus dem Jahre 1881. Im April meldete Sophie Friederike eine Materialwarenhandlung an.
Ein Gewerbe fällt besonders auf: der Flaschenbierhandel. In diesem Geschäft konnten 125 Anmeldungen verzeichnet werden. Die erste 1887 bei Christian Seis im Haus Nr. 35b (heute Otto Fuchs). Das Haus war wegen seiner zentralen Lage besonders begehrt und so siedelten sich allein hier 9 Flaschenbierhandlungen an. Der Flaschenbierhandel war auch im OT Kulm und Untertreibelbach ansässig.
Neben diesen existieren schon 1880 zwei Wirtshäuser. Dies waren der Dorfgasthof „Grünes Tal“ neben dem Rittergut und die Schankwirtschaft „Zum heiteren Blick“ im Oberdorf. Der Dorfgasthof war bis 1972 Gaststätte der Fam. Gräbner und wurde 1987 abgerissen. Der „Heitere Blick“ zunächst von Eismann und Schmidt, später von Johann und Oskar Beine geführt war bis 1951 Gaststätte und wird heute von Fam. Dunger bewohnt.
Nach langen Jahren ohne Gastronomie konnte nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen im ehem. Rittergut am 27.12.1999 endlich wieder eine Gaststätte eröffnet werden. Pächter der „Gutshofschenke“ ist Peter Wolf.
Für den Kulm wird der „Waldhof“ des Paul Müller erwähnt. Dieser wird später von Frieda Heinz geführt. Zu Beginn des zweiten Weltkrieges erlebte dieses Wirtshaus seine volle Blüte. 1968 wurde auf Grund der wenigen Gäste der Schankbetrieb eingestellt.
In Bösenbrunn gab es mehrere Bäckereien. Beliebter Treffpunkt war die Bäckerei von Albin Winkler im Ober und Albin Wettengel im Unterdorf.
Eine Schuhmacherei gab es seit 1899. Über ein halbes Jahrhundert wurde sie von Emil Taubert betrieben, ehe sie sein Sohn Manfred Taubert übernahm. Er führte das Geschäft bis 1972.
Weiterhin gab es Material- und Schnittwarenhandel, kleine Stickereien oder Fellhandlungen.
1926 erschien die erste Tischlerei von Otto Knoll in Untertriebelbach und 1934 die zweite von Erich Knoll in Bösenbrunn. Sein Sohn Wilfried Knoll übernimmt 1979 die Tischlerei und betreibt noch heute dieses Handwerk.
Er und Manfred Merkel als Scherenschleifer sind derzeit einzige Handwerksbetriebe im Ort.
Besonders zur Jahrhundertwende war ein Anstieg der Gewerbe zu verzeichnen. Auch neue Zweige setzten sich allmählich durch, so z.B. 1928 eine Sattlerei von Arthur Dunger. Diese wird später von Dietrich Eckhardt übernommen. 1934 ein Autofuhrgeschäft von Franz Popp und 1935 eine Holzmalerei von Arthur Dunger.
Als Maler arbeiteten Willi Heinz und Walter Plietzsch.
Am Ortsausgang in Richtung Bobenneukirchen betrieb Max Kießling eine Fakturei, die in Heimarbeit hergestellte Textilien auf und weiterverkaufte.
Lohnfuhrunternehmer waren Hans Heinz und der Schmied Arthur Zimmer, der außerdem mit Kohlen handelte.
Als Schneider arbeitete Friedrich Müller. Im Kulm war es Else Muck.
Einige Betriebe waren nur von kurzer Dauer wie die Haustierhändler Paul Reimann und Josef Hagelbauer, der Besenbinder Woldemar Kaiser an der Mühlleithe, Walter Seifert als Frisör und Fritz Machunze, ein Umsiedler aus Schlesien der Hauspantoffeln herstellte.Von kurzem Bestand war auch die Drechselei die der blinde Kriegsheimkehrer Walter Heinz im Kulm eröffnette.
Heute gibt es in Bösenbrunn neun Gewerbeanmeldungen, die bis auf zwei der Dienstleistungsbranche zugeordnet werden können.