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Bergbau

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Der Bergbau in Bösenbrunn

Der vogtländische Bergbau wurde 1327 in Zusammenhang mit der Belehnung der Vögte, mit dem Berg-und Münzrecht des Kaiser Ludwig dem Bayern erstmals urkundlich erwähnt.
Seit dem 16 Jhd. ist die Umgebung von Bösenbrunn Bergbaugebiet. Hauptsächlich war hier Eisenerz, Kupfererz, Zinnerz, etwas Kobalt, Nickel und Silber zu finden.
Zur Regelung der Bergbautätigkeit wurde in Voigtsberg ein Amt eingerichtet und 1513 bzw. 1517 Bergordnungen für Oelsnitz und Umgebung erlassen. Am 15.07.1515 wird Nickel Sack zu Geilsdorf, der auch Besitzer von Bösenbrunn war, die Bergwerksgerechtigkeit auf seinen Lehnsgütern in den Ämtern Plauen und Voigtsberg verliehen und am 16.05.1536 erneuerte Ihm Kurfürst Johann Friedrich zu Sachsen dieses Recht. Für die geförderten Bergschätze waren Abgaben zu zahlen.

Der Bergbau war früher auf Grund der einfachen Arbeitsmittel Schwerstarbeit. Die Bergmänner hatten nur Eisen, Schlegel, Keilhauen und Brecheisen. Der Transport erfolgte mit Schaufeln und Erzmulden auf der Schulter. Zum zerkleinern dienten Hämmer. Mit fortschreitender Entwicklung Pochwerke.

Unter Kurfürst August zu Sachsen (1553-1586) erfährt der Bergbau einen weiteren Aufschwung. Neben neuen Bergwerken entstanden Pochwerke und Schmelzhütten zur Aufbereitung der gewonnenen Erze. Schon 1622 werden ein altes Pochwerk und eine Schmelzhütte am Fuchspöhl erwähnt, denn in diesem Jahr ersucht David Boick um Genehmigung zur Errichtung eines "Hohen Ofens und Hammerbau samt Schmiedewerke".

Der Kurfürst kaufte große Waldungen, zum Beispiel auch den Eichelberg bei Bösenbrunn-Kulm, um den steigenden Holzbedarf, für den Ausbau der Bergwerke, die Schmelzhütten und der Herstellung von Holzkohle zu decken. Wassergräben zum Betreiben der Pochwerke und Wasserkünste werden neu angelegt. Noch heute kann man bei Untertriebelbach die Gräben sehen. Bei Bösenbrunn lassen Pingen und Halden den einstigen Bergbau erkennen.

Zu den bedeutendsten Bergwerken in der Bösenbrunner Region zählten:
" " Brüder Einigkeit" an der Mühlleithen.
Hier werden Kupfer-und Eisenerze gefördert. Nach einem Zechenbericht aus dem Jahr 1687/88 wurden 131 Zentner und 88 Pfund Garkupfer gefördert. Das entspricht etwa 6,5 Tonnen Kupfererz. Später unter Klinghammer und Rosenstock wurde Flußspat abgebaut. 1952 begann die Staatl. Geol. Kommission der DDR, Außenstelle Freiberg die Erkundung der Flußspatführenden Gänge der "Brüder Einigkeits Fundgrube" am Glockenpöhl. Im selben Jahr begann man am Westhang des Glockenpöhles mit einem neuen Stollen. Der Vortrieb währte bis 1955. Im März 1958 wurde die Arbeit beendet. Nach der Demontage wird der Schacht ausgemauert und mit einem Betondeckel verschlossen. Inden 70 er Jahren schaffte man zur Vereinfachung eine Verbindung zur 2 km entfernten Flußspatgrube Schönbrunn geschaffen. Auf einer 173 Meter Sohle wurde der Spat mittels Lokbetrieb zum Hauptschacht befördert und ausgebracht. Der ehemalige Stolleneingang wurde rekonstruiert und befindet sich neben der Bösenbrunner Mühle.


" "Grüne Tanne"
" "Kleine grüne Tanne"
" "Junge grüne Tanne Erbstollen"
" "Neue Hoffnung"
" "Antonien Fächer" und
" "Sächsisch Glück" lagen beim Kulm
In der "Grünen Tanne" eine Kupfer-und Eisenzeche konnte im Jahr 1823 ein 100 Ellen mächtiger "Eisensteingang" abgebaut werden. 1885 wurde die Arbeit eingestellt. Die letzten Bergleute waren Beuchold und Seiler.
1980 schuf man zu Untersuchungszwecken von Schönbrunn aus einen Richterquerschlag zur "Grünen Tanne". Nach Erreichen der Lagerstätte 1985 wurden hier mittels Bohrquerschlägen Untersuchungen durchgeführt. Da keine Fluoritmittel angetroffen wurden, stellte man die Arbeit ein.
"Stollen" und "Eisenweg" erinnern noch heute an jahrhundertlange Bergbautradition

" "Hoff auf Gott", "Walts auf Gott", "St. Johannes", "Concordia", "Sankt Helena" und "Heilig Kreuz" waren bedeutende Zechen in Untertriebelbach nahe der Fuchsmühle bei Untertriebelbach nahe der Fuchsmühle waren bedeutende Zinnzechen.
" St. Johannes ist von 1694-1696 als blühende Zinngrube belegt.
"Hoff auf Gott" war schon im 16 Jhd. eine bedeutende Zinnzeche. Ende des 17 Jhd. entdeckte man reichlich Kupfererz. Dem Steiger Adam Gerbet wurde am 17 Juni 1704 die Zeche als Lehensträger verliehen. Er bildete eine Gewerkschaft, beschäftigte 34 Bergleute und baute das Erz bis zu einer Tiefe von 84 Metern ab. Die Zeche erbrachte ca. drei viertel der im Vogtland geförderten Kupfererze und gehörte somit zweifellos zu den erfolgreichsten der Region. Mit der Kupferzeche"Hoff auf Gott" waren noch die Gruben "Walts Hoff auf Gott" und "Concordia" verbunden. 1721 ließ der Bergsegen nach. Neben dem aufwendigen Ausbau war die Entwässerung kaum noch zu bewältigen. Das Grundwasser machte den Bergbau unmöglich. Schon 1711 pachteten die Gewerke der "Hoff auf Gott" von Herrn Adam Ulrich von Neidberg auf Planschwitz die Fuchsmühle, um deren Wasser zu verwenden. Mann will mit Wasserkraft das Wasser aus der Grube heben. 1693 hatte man eine solche Wasserkunst schon einmal bei bei der Fuchsmühle für die "St. Johann Zeche"errichtet und den Wassergraben des Pochwerkes verlängert. Für die Zeche "Hoff auf Gott" wurde 1713 auch ein höherer Graben angelegt, was den Betrieb jedoch nur noch verteuerte.
1727 und 1735 wurden erneut Versuche unternommen die Zeche nutzbar zu machen, aber schon nach kurzer Zeit wieder abgebrochen. Bei einem weiteren Versuch im Jahr 1749 verunglückten zwei Bergleute am 16 April durch unvermuteten Wassereinbruch. Auf Grund des wasserreichen Frühjahrs konnten sie erst am 21. Juni geborgen weden. Eine Halde am Stollenmundloch ist heute noch zu sehen, sowie teilweise erhaltene Wassergräben.
"Heilig Kreuz", "Sankt Georg" und"Sankt Helena" brachten von 1519-1559 eine regelmäßige Zinnausbeute
"Heilig Kreuz" wurde auch als "am Fuchsloch" bezeichnet. Es könnte sich dabei um den Ursprung der Fuchsmühle gehandelt haben.

Die Zeche "St. Michael" zwischen "Grüner Tanne" und der Straße Bösenbrunn - Planschwitz lieferte Kobalt. Die Qualität war allerdings nicht sehr gut und so stellte man 1785 den Betrieb ein.

"Marien Empfängnis" befand sich an der Schulleithe oberhalb der 1983 abgebrochenen Schule (Pfarrlehn). Hier wurden silberhaltige Kupfererze abgebaut.

Weitere Bergwerke der Bösenbrunner Region, über die in Unterlagen wenig zu finden ist, waren:"Unsrer lieben Frauen", "Nicodemus Fundgrube", "Preußisch Glück", "Härtels Zug", "Gesellschaft", "Segen Gottes", "Benedikt Försters Lehen", und die "Hohe Hut", ein ehemaliges Roteisenbergwerk zwischen Bösenbrunn und Schönbrunn. Die "Hohe Hut" ist heute ein großer Steinbruch zur Gewinnung von Diabas für den Straßenbau und die Betonindustrie.


ehem. Gasthof in Kulm

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