Hauptmenü
Ortsteile > Bösenbrunn
Bauernaufstand
Im Frühjahr 1525 kam die Nachricht von der Bildung eines Bauernhaufen im Fränkischen. Das war Anlaß zur Versammlung der lehenspflichtigen Bauern in Triebel, Geilsdorf, Pirk, Dröda, Bobenneukirchen, Dechengrün, Engelhardtsgrün, Bösenbrunn und Schönbrunn. Sie folgten dem Ruf Nickel Fischers aus Bösenbrunn zur Versammlung. Keiner wollte mehr den Befehlen des Gutsvoigtes gehorchen.
Am 5. Mai 1525 standen etwa 2200 vogtländische Bauern unter der Führung von Mulner aus Triebel, Heydel aus Schwand, Schneider aus Dehles und wahrscheinlich Jobst Petzschner aus Heinersgrün vor Plauen. Nickel Fischer und seine Freunde waren auch dabei.
Erst am 19. Mai zogen die Bauern nach fünftägiger Verhandlung friedlich in ihre Heimatdörfer ab.
Am 30. Juni traf der Kurfürsdt mit seinem Heer in Plauen ein. Die Bauern wurden aufgefordert sich am 1. Juli 5 Uhr in Plauen einzufinden.
Von den Aufständigen wurde jeder zu einer Geldstrafe von 1-4 Gulden (für 3 Gulden konnte man eine Kuh kaufen) verurteilt.
Die eigentlichen Anführer sind nicht erschienen Sie hielten sich in den Wäldern versteckt. Da der Kurfürst aber beweisen wollte, dass er über Tod und Leben entscheiden konnte wurde als abschreckendes Beispiel Nickel Fischer aus Bösenbrunn, der den Zorn seines Lehnsherrn auf sich gezogen hatte, auf dem Plauener Marktplatz enthauptet. Er hinterläßt eine Witwe mit 8 Kindern.
1542 mußte nach kurfürstlicher Anordnung jeder Ort "Mannschaften" stellen, für Bösenbrunn waren es 15.
Das bis dahin "unbewehrte" Dorf hatte zwölf lange Spieße, zwei Büchsen, drei Harnische sowie einen Heerwagen (Eylwagen für die Notdurft).
Die Jahre des dreißigjährigen Krieges von 1618-1648 waren Jahre der Pest, Hunger und Elend.
Auch Bösenbrunn blieb davon nicht verschont. Begünstigt wurde die Verbreitung der Pest noch durch Abwässer, in den Seitengräben. Hier suchte sich viel Ungeziefer, insbesondere Ratten Nahrung und trugen somit zur weiteren Verbreitung bei.
Ein wesentlicher Grund für die Ausbreitung waren wohl auch die Brunnen, in den Seitengräben gelegen
wurden sie mit Sickerwasser verseucht, was zur damaligen Zeit jedoch noch nicht bekannt war.
Unzählige Opfer waren zu verzeichnen. Es wird angenommen, dass durch Krieg und Pest sieben Achtel der ganzen Bevölkerung im Vogtland umgekommen sind.
Am 9. Oktober 1806 zogen die Franzosen durch den Ort. Morde und Vergewaltigungen an Weibern und Jungfrauen geschahen.
Ein Schreiben vom damaligen Rittergutsbesitzer Seydel ging mit folgendem Wortlaut an die königliche Majestät:
"Eure königliche Majestät werden sich zurück zu erinnern in allerhöchsten Gnaden geschehen, daß Christian Gottlob Seydel am 3 Juni 1793 mit dem im Amtsbezirk Voigtsberg gelegenen Alt-Canzley- Schriftsässigen Mannlehn-Ritterguthe Bösenbrunn beliehen worden ist. Der darüber ausgefertigte Lehnschein ist nicht aufzufinden gewesen und höchstwahrscheinlich bey der am 9. und 10. October 1806 erfolgten feindlichen Invassion der Franzosen und von denselben vorgenommen fast totalen Plünderung des Ritterguthes Bösenbrunn mit verloren gegangen."
1814/15 berichtet das Kirchenarchiv über Durchmärsche der Russen.
Im Ort herrscht ein sehr bösartiges und ansteckendes Nervenfieber, dass durch die im Feldzug verwundeten Soldaten, die sich im Oelsnitzer Lazareth befanden erzeugt worden war.
Die im Jahr 1830/31 von Asien nach Europa verschleppte Cholera hat auch den Weg in unser Gebiet gefunden, aber im Ganzen nur 9 Opfer in Oelsnitz gefordert.
Auch als die preußischen Truppen im Juli 1866 durch Bösenbrunn zogen, wurde einiges in Mitleidenschaft gezogen.
So kann man sagen Bösenbrunn hat die Drangsale der Kriege in ihrer ganzen Schwere mitgetragen.
Die größten Opfer aber forderte der erste und zweite Weltkrieg. Schwer hatte das Dorf unter der Hitlerdiktatur zu leiden.
An die Gefallenen erinnert seit 1925 ein Denkmal im Ortskern.